Schönstattbewegung Mädchen & Junge Frauen

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Das erste Liebesbündnis

 

Gerade sind die Schüler des Studienheims aus ihren Ferien – wegen der angespannten politischen Situation verlängert - in das Studienheim in Vallendar zurückgekehrt. Es ist ein Sonntagnachmittag. Die Blätter der Bäume am Hang haben sich schon gefärbt: orange, gelb, goldbraun. Unten im Tal Schönstatt steht das kleine Kapellchen – unscheinbar, abgelegen vom normalen Schulbetrieb.

 

Der junge Priester Josef Kentenich betritt das „Michaelskapellchen“. Gegen Ende des letzten Schuljahres hatte er erreicht, dass es „seinen Jungens“ als Versammlungsort zur Verfügung gestellt wird. Und während der letzten Wochen – indem er der Führung Gottes nachspürte - war in dem 28-jährigen Priester eine „stille Lieblingsidee“ gereift, die er den Jungen heute mitteilen will. Nicht von oben diktierend, sondern als Wunsch - in der Hoffnung, dass ihre Herzen Feuer fangen.

 

Vorn, im Altarraum stehend, beginnt er zu reden: Wäre es nicht möglich, Maria, unsere Mutter, Königin und Erzieherin zu bewegen, hier in besonderer Weise ihren „Thron aufzuschlagen“ und Wunder der Gnade zu wirken? „Sie ahnen worauf ich hinziele: Ich möchte diesen Ort gerne zu einem Wallfahrts-, zu einem Gnadenort machen für unser Haus und vielleicht noch darüber hinaus ... Ein kühn­er Gedanke, fast zu kühn für die Öf­fentlichkeit, aber nicht zu kühn für Sie.“

 

Dieser Sonntagnachmittag ist in die Geschichte eingegangen. Es ist die Gründungsstunde Schönstatts, das erste Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt.

 

„Wie oft war in der Weltgeschichte das Kleine und Unansehnliche die Quelle des Großen und Größten. Warum soll das nicht auch bei uns der Fall sein?“ So fährt Pater Kentenich in seiner kleinen Ansprache fort, die später „Gründungsurkunde“ genannt wird.  Er hat einen Blick für das Besondere. Er sieht mehr als nur das Vordergründige. Die wichtigsten Ereignisse spielen sich für ihn im „ganz Normalen“ ab. Gerade dort, wo „nichts los“ zu sein scheint, rechnet er mit dem Wirken Gottes. Und er ist überzeugt: „Wir sind keine überflüssigen Nummern, zu träger Untätigkeit verurteilt, sondern wesentliche Faktoren, auf die vieles ankommt.“  Pater Kentenich regt die Jungen an, das Kleinste des Internatsalltags auszunutzen: pünktlich Aufstehen, auch wenn es schwer fällt, die eigene Verantwortung in der Schule, in der Familie ernst nehmen ... Und Maria nimmt die Liebe der Jungen an. Sie beginnt, von hier aus zu wirken, wird erfahrbar.  Aus der alten Friedhofskapelle entsteht ein Wallfahrtsort, ein Heiligtum und eine neue Quelle lebendigen Glaubens beginnt zu fließen.

 

 
 

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